Die Tyrannei der Werte

Author: Carl Schmitt
Publisher: Duncker & Humblot
ISBN: 9783428534579
Release Date: 2011-01-01
Genre: Political Science

Carl Schmitt war ein Mann des polemischen Traktats, der Streitschrift, des Pamphlets. Zu seiner eigentlichen literarischen Form fand er in dem, was die Franzosen einen brûlot nennen: ein entflammbarer Text, ein Boot mit hochentzündlicher Fracht, dazu bestimmt, das Schiff des Gegners in Brand zu setzen. Ein solcher brûlot ist die Schrift über die »Tyrannei der Werte«. Der Titel enthält bereits die ganze These. Werte können dem Gemeinwesen und seinem Recht keinen festen Grund bieten, sie verschärfen vielmehr dessen Probleme. Gerade wenn man von ihnen erwartet, sie sollen Gemeinsamkeit stiften, wirken sie zerstörerisch. [...] Der jungen Bundesrepublik, in der man sich nach der tiefen Verunsicherung durch Nationalsozialismus und Krieg gern und viel auf Werte berief, liest Carl Schmitt auf diese Weise die Leviten. So scheinbar klar seine zentrale These daherkommt, so rasch drängen sich dem Leser freilich grundsätzliche Fragen auf. Auf welcher Ebene bewegt sich Schmitts Argumentation eigentlich? Geht es um politische Philosophie, um allgemeine Ethik oder um Verfassungsrecht und Verfassungsgerichtsbarkeit? Schmitt selbst gibt einen Hinweis, wenn er »Überlegungen eines Juristen zur Wert-Philosophie« ankündigt. [...] Sein Text wählt von vornherein eine schwierige Zwischenlage zwischen Philosophie und Jurisprudenz. Der Autor will Philosophen und Juristen etwas sagen, geht damit freilich auch das Risiko ein, beide zu enttäuschen.Aus dem Nachwort von Christoph Schönberger

Figuren des Globalen

Author: Christian Moser
Publisher: Vandenhoeck & Ruprecht
ISBN: 9783847001706
Release Date: 2014-05-14
Genre: Fiction

Dieser Band umreisst das innovative Feld einer komparatistischen, literatur- und kulturwissenschaftlichen Globalisierungsforschung. Welchen Beitrag können Literatur, Kunst und Medien für die Herausbildung eines ›globalen Imaginären‹ leisten? Was sind das für Bilder, Narrative, Tropen und Figuren, die eine Vorstellung von der Einheit der Welt vermitteln? Gemeinsamer Ausgangspunkt der Beiträge ist die Annahme, dass Literatur und Künste nicht bloß eine gegebene Welt abbilden, sondern an der diskursiven Herstellung von Welt(en) beteiligt sind. Ziel des Bandes ist, die Bestandteile des globalen Imaginären sowie die verschiedenen Modi der literarischen Weltdarstellung und Weltherstellung in ihrer historischen Bandbreite zu untersuchen. Spezifisch literarische Formen des Weltbezugs werden dabei mit der Konstruktion globaler Zusammenhänge in anderen künstlerischen Medien in Zusammenhang gebracht. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Wechselwirkungen zwischen literarisch-künstlerischen Weltkonstruktionen und den sozialen, ökonomischen und politischen Globalisierungsprozessen. Nicht zuletzt werden deren Konsequenzen für die literatur- und kulturwissenschaftliche Begriffsbildung – etwa: aktuelle Revisionen des Konzepts der Weltliteratur – reflektiert.